Die Veranstalter hielten sich nicht mit langen Reden auf. Die Vorsitzende der „Kinderschicksale Mittelfranken“ Birgid Schwenk begrüßte den Weißenburger Oberbürgermeister Jürgen Schröppel, Landrat Gerhard Wägemann sowie den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Mittelfranken-Süd Hans-Jürgen Rohmer und freute sich über die zahlreich erschienenen Besucher. Durch das Programm führte Arthur Rosenbauer, der als Auftakt des Kulturabends das allseits bekannte Duo der „Luna-Bühne“ Brigitte Brunner und Thomas Hausner ankündigte.

Die beiden hatten an diesem Abend selbst noch volles Programm, denn nach ihrem Auftritt waren sie auf die Hochzeit eines der Ensemble-Mitglieder der „Luna-Bühne“ eingeladen, wie Hausner zu Beginn verkündete. In einem Sketch mimten Brunner und Hausner zwei Zugreisende nach Weimar, wobei sie sich mit einem ziemlichen Banausen herumschlagen mussten, der nicht einmal den großartigen Dichter Schiller kannte. Dabei ergab sich natürlich ein Wortwitz nach dem anderen. Was hat er denn gedichtet, der Dichter, stand die Frage am Anfang des Dialogs. Die Jungfrau von Orleans, die ist einmalig! – Ach, die war undicht? Naja, eine Jungfrau ist aber auch immer einmalig. Die Räuber. – Die vom Finanzamt?.

„Wissen Sie was“, konterte die Dame alias Brunner, „Sie erinnern mich an Calais. Gegenüber von Doofer“. Wie sich herausstellt ist der Herr, dann doch nicht so unbewandert. Immerhin kann er ein paar Zeilen aus Schillers „Die Bürgschaft“ zitieren und Goethes „Erlkönig“. Ja, so konnte das Publikum auf lustige Weise seine Literaturkenntnisse wieder auffrischen bevor die Gitarrenvirtuosen von „Wamace“, alias Walter und Manuel Czeschka die Bühne betraten.

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Ihr Auftritt wurde ein musikalischer Besuch in spanischen Städten und Landschaften: eine Widmung an Granada – Walter Czeschka ist „ein großer Fan“ dieser Stadt – eine Wanderung durch die Sierra Nevada, eine Reise von Tarifa nach Gibraltar, mitreißend umgesetzt auf den Gitarrensaiten.

Später kamen noch Hiwa Ramadan an der Saz und Maamun Kamran an der Trommel hinzu. Mit Stücken im Stile des Fandango, eines spanischen Singtanzes, begeisterten sie das Publikum, so dass das Quartett am Ende noch zwei Zugaben oben drauf legen musste.

Virtuos zeigte sich auch das „Amarilli Ensemble“ mit Florian Morczinek am Violoncello, Claudia Esch am Cembalo und Cristina Bojin sowie Sebas-tian Fratila an der Querflöte. Ihre Profession ist die Darbietung barocker Meisterwerke und Kammermusik – ein Vergnügen für die Zuhörer damals wie heute. Eine anmutige Sonate von Carl Phillip Emanuel Bach, Joseph Haydns Londoner Sinfonie, eine Suite von Marin Marais, dem Hofkapellmeister Ludwig XIV.

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